Rohstoffe enträtselt

Ein Leitfaden für den Handel und die globale Lieferkette

Rohstoffhandel ist eine der ältesten Formen wirtschaftlicher Aktivität. Trotzdem ranken sich darum immer unzählige Missverständnisse. Dieser Leitfaden erläutert die Funktions- und Arbeitsweisen von Unternehmen, die mit Rohstoffen handeln, und ihre Rolle in der Organisation der weltweiten Lieferketten von Rohstoffen, die die Grundlagen des Wirtschaftswachstums darstellen.

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Ein Leitfaden für den Handel und die globale Lieferkette. Commodities trading is one of the oldest forms of economic activity, yet it is also one of the most widely misunderstood. This guide explains the functions and modus operandi of commodities trading firms and their role in organising the global flows of vital materials that underpin economic growth.

Glossar

Dieses Glossar ist eine Liste der wichtigsten im Rohstoffhandel verwendeten Begriffe ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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a

Abnahmevereinbarung
Eine langfristige Liefervereinbarung, in der ein Händler dem Kauf fixer Mengen bzw. Anteile der künftigen Fördermengen eines Rohstoffproduzenten zu einem festgelegten Preis zustimmt.
Absicherung
Eine Position, die aufgebaut wird, um einer exponierten Position entgegenzuwirken, und Preisrisiken minimieren oder ausräumen soll. In der Regel wird dies mithilfe von Terminkontrakten und anderen Derivaten erreicht.
Akkreditiv
Oft auch mit dem englischen Begriff „Letter of Credit“ (LC) bezeichnet. Ein Dokument einer Bank, mit dessen Hilfe garantiert wird, dass der Verkäufer die vollständige Zahlung erhält, sofern bestimmte Lieferbedingungen eingehalten werden.
Aluminiumoxid
Aluminiumoxid, auch Tonerde genannt, ist ein zur Produktion von Primäraluminium benötigter Rohstoff. Es handelt sich um ein weißes Pulver, das durch die Raffinierung von Bauxit gewonnen wird.
Aufbereitungs- und Verhüttungskosten (Konzentrate)
Auch als Schmelz- und Raffinerielöhne bezeichnet. Dabei handelt es sich um die Beträge, welche die Kosten decken sollen, die der Hütte während des Schmelz- und Raffinerieprozesses entstehen, wobei die Aufbereitungskosten während des Schmelzprozesses zur Extraktion von Metall aus dem Erz und die Verhüttungskosten während der weiteren Raffination zu reinem Metall entstehen, bei der alle unerwünschten Nebenprodukte entfernt werden. Es handelt sich um ausgehandelte Gebühren, die sowohl mit den Metallpreisen als auch mit Angebot und Nachfrage auf dem Markt in Verbindung stehen können und im Konzentratgeschäft für gewöhnlich vom Verkäufer an den Käufer gezahlt werden.
Auf-/Abschlag (Metalle)
Angewendet auf Benchmarks, wobei es sich um einen Aufschlag auf bzw. Abschlag vom Referenzpreis handelt, der zwischen Partnern im physischen Handel für ein spezifisches Erzeugnis sowie einen bestimmten Lieferort und -termin ausgehandelt wurde.

b

Backwardation
Eine Situation, in der frühe Phasen einer Preiskurve mit einem Aufschlag auf spätere Phasen bewertet werden. Dies kann sich infolge eines kurzfristig knappen Angebots bzw. hohen Nachfrage ergeben.
Basisrisiko
Das Risiko, dass sich der Wert einer auf Derivaten basierenden Absicherung nicht parallel zu dem zugrunde liegenden Risikoumfang entwickelt.
Bauxit
Der Hauptrohstoff für die Herstellung von Aluminiummetall. Bauxitvorkommen finden sich vorrangig in einem breiten Gürtel rund um den Äquator.
Benchmark (Metalle)
Bei einem Benchmark handelt es sich um einen Maßstab für den Preis pro Maßeinheit des jeweiligen auf dem internationalen Markt gehandelten Rohstoffs. Dieser wird in regelmäßigen Abständen durch Verhandlungen zwischen den wichtigen Produzenten- und Verbraucherorganisationen festgelegt, die fortwährend große Mengen des Rohstoffs auf dem Markt ver- bzw. einkaufen, und dient als Referenz, anhand derer Sektoren bewertet werden.
Benchmark (Rohöl)
Eine Rohölspezifikation, die als Referenzpreis für Käufer und Verkäufer dient. Es gibt drei wesentliche Benchmarks: West Texas Intermediate (WTI), Brent Blend und Dubai Crude.
Blisterkupfer
Eine unreine Form des Kupfers, die in einem Hochofen erzeugt wird.
Bunkeröl
Von Schiffen genutzter Treibstoff. Das Betanken eines Schiffes nennt man „bunkern“.
Briefgarantie (LOI)
Von Englisch „Letter of Indemnity“. Eine Garantie, dass keine Verluste erlitten werden, sollten bestimmte Vertragsbedingungen nicht erfüllt werden. Ist kein Frachtbrief verfügbar, wird den Eigentümern stattdessen eine Briefgarantie für die Lieferung der Waren übersandt.

c

Charter-Partei (CP)
Ein Unterzeichner eines Vertrags zum Chartern eines Schiffs, der zwischen Schiffseigner und Charterer geschlossen wird.
Charterer
Ein Unternehmen, das ein Schiff samt Besatzung für eine einzelne Reise oder für einen fixen Zeitraum anmietet.
Contango
Eine Marktsituation, in der frühe Phasen einer Preiskurve mit einem Abschlag auf spätere Phasen bewertet werden. Es kann infolge eines gegenwärtigen Überangebots bzw. Nachfragemangels entstehen. In der Regel handelt es sich dabei um ein vorübergehendes Phänomen.

e

Einschuss
Die per Kontrakt vereinbarte Finanzgarantie,die von einer Verrechnungsstelle gefordert wird, um an deren Börse zu handeln.
Exposition
Der Anteil der Position eines Händlers, der dem Risiko von Preisschwankungen ausgesetzt ist.

f

Flat-position
Ohne Outright-Position – entweder weil nichts gehalten wird oder weil sich Long- und Short-Positionen ausgleichen.
Frachtbrief (FB)
Ein Dokument, das vom Kapitän eines Schiffes ausgefertigt wird, sobald die Beladung abgeschlossen ist. Es fungiert als Quittung für die Frachtgüter, als Traditionspapier und als Nachweis über den Frachtvertrag. Der rechtmäßige Empfänger der Fracht legt den FB am Entladehafen vor, um die Waren ausgehändigt zu bekommen.
Futures
Auch als Termingeschäfte bezeichnet – Kontrakte für zukünftig zu liefernde Rohstoffe. Produkt, Qualität, Lieferung und Menge werden spezifiziert. Diese werden an Börsen gehandelt und es besteht kein Kreditrisiko vonseiten der Gegenpartei. Die einzige Variable ist der Preis. Kontrakte werden täglich zum Marktwert bewertet.

g

Gebot / Angebot
Ein Market Maker unterbreitet für einen Rohstoff eine Kursofferte auf Angebots- und Nachfrageseite, wobei der Kaufkurs niedriger ist als der Ausgabekurs. Kunden können an den Market Maker zu dessen Kaufkurs verkaufen und zu dessen Ausgabekurs von ihm kaufen.
Gegenpartei
Die Gegenpartei eines Vertrags oder einer Finanztransaktion.
Geografische Spanne
Die Preisspanne zwischen Rohstoffen mit denselben Qualitäts- und Gütemerkmalen, die zum selben Termin, jedoch an unterschiedliche Orte geliefert werden.
Giveaways
Raffinierte Mineralölprodukte, insbesondere Benzin, welche über die geforderte Spezifikation hinausgehen.

k

Kaufoption
Über eine Kaufoption ist der Inhaber berechtigt, jedoch nicht verpflichtet, gegen Zahlung eines Aufschlags bis zu einem definierten Zeitpunkt eine bestimmte Menge eines spezifischen Rohstoffs zum jeweils festgelegten Preis zu kaufen.
Kondensat
Ein ultraleichtes Öl, das in riesigen Mengen aus Schieferölvorkommen gewonnen wird. Unter Tage ist es meist gasförmig. Wird es an die Oberfläche gepumpt, kondensiert es zu einer Flüssigkeit.
Konzentrat
Der handelbare Rohstoff, hergestellt durch Erstverarbeitung von Blei, Zink oder Kupfererz. Konzentrate werden als Rohstoffe von Hüttenwerken zur Herstellung raffinierter Metalle genutzt.
Kreditsicherheit
Pfand im Gegenzug für ein Darlehen.
Kupferkathode
Eine zu 99 Prozent reine Form des Kupfers – der Hauptrohstoff zur Herstellung von Kupferdraht und -kabel.

l

Liegezeit
Die Dauer der von den Schiffseignern gewährten Hafenumschlagszeit, wie im Chartervertrag festgelegt, für das Be- und Entladen der Fracht.
Listenpreis
Der Listenpreis wird von einer Regierung oder einem staatlichen Unternehmen für einen fixen Zeitraum festgelegt und ausschließlich von diesem Preisfestsetzungsorgan überarbeitet.
Long-position
Die Nettoposition eines Händlers, der einen Rohstoff auf dem Markt hält/besitzt.

m

Mark-to-market
Ein Buchhaltungsverfahren, mit dem die Handelspositionen anhand der aktuellen Marktpreise neu bewertet werden. Bei jeder Neubewertung werden Gewinne und Verluste generiert.
Mitteldestillate
Die Reihe raffinierter Produkte zwischen leichteren Fraktionen, wie Benzin, und schwereren wie Heizöl. Dazu zählen Kerosin, Petroleum und Diesel.
Multimodal
Aufbau einer Infrastruktur, die alternative Beförderungsmodalitäten für Rohstoffe bietet, z. B. Straße, Schiene und Fluss.

n

Nachschuss
Terminkontrakte werden am Ende jeder Börsensitzung zum Marktwert bewertet. Der Nachschuss bezieht sich auf die Zuzahlung, die von allen Beteiligten mit verlustreichen Positionen vor Beginn jeder Handelssitzung verlangt wird.
Naphtha
Eine brennbare Flüssigkeit, hergestellt durch Mineralöldestillation. Wird als Verdünnungsmittel verwendet, um schweres Öl durch Pipelines zu befördern, sowie als Lösungsmittel.

o

Optionalität
Eine Strategie, die eventuell begrenzte, kurzfristige Vorteile besitzt, jedoch beachtlichen längerfristigen Wert bringt, da die Optionen erweitert und die möglichen Ergebnisse optimiert werden.
Over-the-counter (OTC)
Zu Deutsch „außerbörslich“. Eine Sicherheit oder Finanztransaktion, die fernab einer formellen, zentralisierten Börse vorgenommen wird.

q

Qualitätsspanne
Die Preisspanne zwischen unterschiedlichen Güteklassen eines Rohstoffs, die zum selben Termin an denselben Ort geliefert werden. Der höherwertige Rohstoff wird in der Regel mit einem Aufschlag gehandelt.

r

Reisecharter
Anmietung eines Schiffes für eine spezifische Reise zwischen einem Be- und einem Entladehafen. Der Charterer bezahlt den Schiffseigner pro Tonne oder auf Pauschalpreisbasis. Der Eigner trägt die Hafengebühren, mit Ausnahme der Be- und Entladung, sowie die Treibstoff- und Besatzungskosten.
Rohstoffpreisrisiko
Risiko einer Schwankung der absoluten Preise auf einem bestimmten Markt.
Rückkaufvereinbarung (REPO)
Ein Kontrakt ähnlich einem gesicherten Darlehen. Der Verkäufer eines Wertpapiers stimmt gleichzeitig zu, dieses an einem fixen Termin in der Zukunft zum festgelegten Preis vom Käufer zurückzukaufen.

s

Short-position
Die Nettoposition eines Händlers, der einen Rohstoff auf dem Markt schuldet. Steht oft mit Terminmärkten in Verbindung. Dabei hat der Händler einen Rohstoff gekauft und muss diesen bis zum Liefertermin zurückkaufen bzw. diese Position decken.
Splitter
Ein beschränktes Raffinationsverfahren, bei dem Kondensat in verschiedene Erzeugnisse, einschließlich Naphtha und Destillate, aufgespalten wird.
Spotpreis
Der aktuelle Marktpreis, zu dem ein Rohstoff zur umgehenden Bezahlung und Lieferung gekauft bzw. verkauft wird.

t

Terminspanne
Die Preisspanne zwischen einem Rohstoff, der an einem bestimmten Termin geliefert wird, und dem identischen Rohstoff, der an einem anderen Termin geliefert wird. Auch als Kalenderspanne bezeichnet.
Tragfähigkeit in Tonnen (DWT)
Die Ladekapazität eines Schiffes in Tonnen plus das Gewicht von Treibstoff, Reserven, Schmierölen, Frischwasser usw. Davon ausgenommen ist das Gewicht des Schiffes an sich.

ü

Überliegegeld
Die Entschädigung, die Charterer an die Schiffseigner für die zusätzlich am Hafen verbrachte Zeit zahlen, sofern diese die Chartervereinbarung übersteigt.

v

Verkaufsoption
Ein Kontrakt, über den der Inhaber berechtigt, jedoch nicht verpflichtet ist, gegen Zahlung eines Aufschlags bis zu einem definierten Zeitpunkt eine bestimmte Menge eines spezifischen Rohstoffs zum jeweils festgelegten Preis zu verkaufen.
Vertikale Integration
Die Kombination von zwei oder mehr Etappen der Lieferkette innerhalb eines Unternehmens, die normalerweise durch separate Spezialunternehmen übernommen würden.
Viskosität
Der Fließwiderstand von Öl. Rohöl mit höherer Viskosität lässt sich deutlich schwieriger aus dem Boden fördern, transportieren und raffinieren.
Volatilität (Erdöl)
Flüchtigkeit, d. h. die Geschwindigkeit, in der Verdampfung stattfindet. Flüchtigere Erdöle besitzen bessere Brenneigenschaften, insbesondere in kalten Klimazonen, erfordern jedoch auch aktivere Temperaturregulierungs- und Abdichtverfahren, um die Umwelt zu schützen und Ölverluste zu minimieren.
Volatilität (Preis)
Die Schwankungsbreite innerhalb einer Reihe von Handelspreisen im Laufe der Zeit, gemessen anhand der Standardabweichung.

z

Zeitcharter
Anmietung eines Schiffes für einen fixen Zeitraum. Der Eigner kümmert sich dabei um das Schiff, aber der Charterer schreibt Strecken, Treibstoff, Hafengebühren usw. vor.

Die Grundlagen des Rohstoffhandels

Der internationale Handel mit Brennstoffen, Mineralien und Nahrungsmitteln ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm angestiegen. Erfahren Sie mehr über physische Rohstoffe und die Handelsabläufe, welche die Globalisierung erst ermöglicht haben.

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Was sind physische Rohstoffe?

Physische Rohstoffe sind die grundlegenden Rohstoffe, auf denen die Weltwirtschaft basiert. Sie werden in großen Mengen rund um den Globus gehandelt. In Bezug auf die Grundlagen unseres Alltags – den Strom, den wir nutzen, die Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, die Kleidung, die wir tragen, die Häuser, in denen wir wohnen, und die Verkehrsmittel, mit denen wir uns fortbewegen – sind wir auf sie angewiesen.

Haupttypen

Primäre Rohstoffe

Primäre Rohstoffe werden direkt aus natürlichen Rohstoffquellen gewonnen. Sie stammen aus Agrarbetrieben, Minen oder Bohrlöchern (z.B. Rohöl).

Sekundäre Rohstoffe

Sekundäre Rohstoffe werden aus primären Rohstoffen hergestellt, um spezifische Marktbedürfnisse zu erfüllen (z.B. wird Rohöl raffiniert, um Benzin daraus herzustellen).

Rohstoffe für Wärme, Verkehr, Chemieindustrie und Strom

Rohstoff-Kategorien

Landwirtschaft

Landwirtschaftliche Rohstoffe sind zum Beispiel Getreide und Ölsaaten (Mais, Sojabohnen, Hafer, Reis, Weizen), Nutztiere (Rinder, Schweine, Geflügel), Milchprodukte (Milch, Butter, Molke), Holz, Textilrohstoffe (Baumwolle, Wolle) und weiche Rohstoffe (Kakao, Kaffee, Zucker).

Energie

Primäre Energierohstoffe, wie Rohöl und Erdgas, Erdgaskondensate, Kohle und erneuerbare Energien, werden raffiniert und zu vielen verschiedenen Mineralölerzeugnissen – von Bitumen bis hin zu Benzin, Biodiesel und LNG (Flüssigerdgas) – verarbeitet.

Metalle und Mineralien

Die wichtigsten in Minen abgebauten Basismetalle sind Eisenerz, Kupfer, Aluminium, Nickel, Zink und Blei. Eisenerz wird unbehandelt gelassen, abgebaute Kupfer-, Blei-, Nickel- und Zinkerze hingegen werden in Konzent-rate und Bauxit in Aluminiumoxid umgewandelt. Eisenerz, Konzentrate und Aluminiumoxid werden als primäre Rohstoffe gehandelt, die dann wiederum in Hüttenwerken zu raffinierten Metallen und nützlichen Legierungen, wie Stahl, verarbeitet werden.

Die Struktur der globalen Lieferkette

Eine effiziente Lieferkette fördert den Wohlstand, indem sie einen reibungslosen Versand der Energie und der Rohstoffe gewährleistet, auf denen unsere Zivilisation fußt. Der marktbasierte Mechanismus stimmt Angebot und Nachfrage effektiv aufeinander ab.

Die physische Lieferkette

Die physische Lieferkette bildet das Herzstück des Rohstoffhandels. Globale Handelsunternehmen organisieren Transport und komplexe Logistik, um für ihre Kunden rund um den Globus Rohstoffe zu beschaffen, zu lagern, zu mischen und auszuliefern.

Lieferkette für Roh- und Mineralölprodukte

Wer sind die Rohstoffhändler und was tun Sie?

Rohstoffhandelsunternehmen spielen eine entscheidende Rolle in der globalen Lieferkette, denn sie schließen die Lücken zwischen Produzenten und Verbrauchern und sorgen für ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sowohl in regionalen Märkten als auch weltweit.

Erdölhandel –
eine multidimensionale Disziplin

Rohstoffhändler benötigen ein ausgezeichnetes peripheres Sehvermögen, um die Zusammenhänge in der weltweiten Wirtschaft zu verstehen. Die Bedingungen auf den Rohstoffmärkten können sich rasch ändern und die Händler müssen gegenüber unzähligen Mikro- und Makrofaktoren wachsam bleiben. Wirtschaftskreisläufe, geopolitische Entwicklungen und technische Faktoren spielen alle eine wichtige Rolle.

Handel und Transformation

Im Grunde handelt es sich bei Rohstoffhändlern um Logistikunternehmen, die die Finanzmärkte nutzen, um ihre Geschäftsprozesse zu finanzieren und sich gegen das damit verbundene Preisrisiko abzusichern bzw. dieses zu begrenzen. Sie transportieren (und transformieren auf verschiedenste Weise) Rohstoffe rund um den Globus. Dieses Konzept der Transformation ist entscheidend.

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Funktionsweise des Rohstoffhandels

Von der Produktion bis zur Lieferung suchen Rohstoffhändler nach Möglichkeiten zur Transformation von Rohstoffen hinsichtlich Transport, Lagerung, Blending und Verarbeitung. Entdecken Sie, wie Handelsunternehmen die Vorgaben von Kunden erfüllen.

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Rohstoffbeschaffung: zusammenarbeit mit den Produzenten

Handelsunternehmen sind bestrebt, die Spanne zwischen dem Preis, den sie für (nicht transformierte) Rohstoffe zahlen, und dem Umsatz, den sie mit dem Verkauf von (transformierten) Rohstoffen erwirtschaften, zu maximieren. Deshalb besitzt die Minimierung der Gesamtkosten für die Rohstoffbeschaffung Priorität. Handelsunternehmen arbeiten mit Produzenten zusammen, um eine langfristige, kosteneffiziente Versorgung zu gewährleisten.

Möglichkeiten, wie sich Rohstoffhandelsunternehmen eine zuverlässige, kostengünstige Belieferung sichern können

Rohstofftransport: räumliche Transformation

Viele Produzenten befinden sich an entfernt gelegenen Standorten, oft in Schwellenländern. Händler müssen ihre Rohstoffe an Verbrauchszentren am anderen Ende der Welt liefern. Indem sie die Transportkosten senken, können sie ihre Rentabilität steigern und mehr physische Arbitragemöglichkeiten schaffen.

Binnentransport

Für die Beförderung der Produkte von einem Teil der Welt in einen anderen kommen viele verschiedene Methoden zum Einsatz. Nachfolgend die wichtigsten Methoden des Binnentransports.

Binnentransport

Überseetransport

Ebenso wie Rohstoffhandelsunternehmen Onshore-Anlagen zum Be- und Entladen, Lagern und Mischen ihrer Fracht benötigen, brauchen sie auch Schiffe, um ihre Fracht über die Ozeane zu befördern. Deshalb spielt die Verschiffung im Rohstoffhandel eine entscheidende Rolle.

Schiffsformen (Tragfähigkeit in tonnen (DWT))

Rohstofflagerung: zeitliche Transformation

Angesichts der Inflexibilität von Angebot und Nachfrage auf den Rohstoffmärkten können Angebots- und Nachfrageschocks für volatile Marktbedingungen sorgen. Handelsunternehmen lagern Rohstoffe, um zur Schließung dieser Lücke beizutragen und die Märkte im Gleichgewicht zu halten. Sie besitzen und kontrollieren Midstream-Infrastruktur und unterhalten große Bestände an strategisch günstigen Standorten rund um den Globus. Im Laufe der Zeit erzielen die Händler Gewinne, indem sie ihre Bestände bei erhöhter Nachfrage abbauen und bei Überangebot aufstocken.

Contango und Backwardation

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Händler einen Rohstoff zur Auslieferung an einem zukünftigen Datum kaufen kann: Entweder leiht er sich jetzt Geld, um den Rohstoff heute zu kaufen, und lagert ihn bis zum gewünschten Liefertermin Oder er erwirbt einen Rohstoff-Terminkontrakt. Wenn die Terminpreis die Spotpreise übertreffen, können die Märkte ins Contango versetzt werden. Die gegenteilige Situation, also wenn die Termin- unter die aktuellen Spotpreise sinken, wird als Backwardation bezeichnet.

Brent-terminkurven

Die Brent-Terminkurve bewegte sich von Backwardation im Mai 2014 über Contango im Mai 2015 bis hin zu Super-Contango im November 2015 und zurück zu Contango im Mai 2016.

Blending commodities: transformations in form

To be fit for purpose physical commodities need to match customer specifications. Since commodity producers derive their product from the ground, its quality and characteristics are variable.

Blending auf Kupfermärkten: das chinesische Beispiel

Seit dem Jahr 2000 ist der chinesische Kupferverbrauch merklich gestiegen und China ist jetzt der weltweit größte Kupferkonsument. Parallel zur wachsenden Nachfrage sank die Qualität des verfügbaren Konzentrats. Mit fortschreitender Erschöpfung der vorhandenen Minen sind die Schmelzereien zunehmend auf neue, manchmal stark arsenhaltige Quellen für ihr Konzentrat angewiesen. Dies birgt Gesundheits- und Sicherheitsrisiken. Verarbeitungsverfahren wie Oxidation können den Arsengehalt reduzieren, sie sind jedoch kostspielig und wirken sich zudem auf den Kupfergehalt aus. Eine andere Lösung ist das Mischen von Konzentraten. Minen, die arsenhaltige Konzentrate produzieren, verkaufen zum ermäßigten Preis an Handelsunternehmen. Die Händler mischen das Material mit reineren Konzentraten, bevor sie es an Hüttenwerke weiterverkaufen.

Mischung des Produkts nach Chinesischen Spezifikationen

Rohstofflieferung: erfüllung der Kundenvorgaben

Mit immer effizienter werdenden Märkten entwickelt sich der Rohstoffhandel zu einem margenschwachen Dienstleistungsgeschäft. In zunehmendem Maße verdienen Händler ihren Lebensunterhalt durch Erbringung solider, zuverlässiger Logistikdienstleistungen zwischen Produzent und Verbraucher.

Praktische Ausführung der Handelsaktivitäten

Strukturierung und Pflege eines effizienten Betriebsmodells stehen im Zentrum eines rentablen Rohstoffhandels. Das Betriebsteam spielt eine wichtige Rolle bei der Erstellung und Abstimmung von Regelwerken, die das Handelsunternehmen bei der Risikominimierung und Kostensenkung unterstützen.

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Rohstoffhandel & Finanzmärkte

Rohstoffhändler arbeiten mit sehr geringen Margen und schlagen riesigen Produktmengen um. Plötzliche Preisänderungen könnten ihre Existenz gefährden. Zur Abschwächung dieser Risiken setzen Händler robuste Risikomanagement- und Finanzierungsstrategien ein. Erfahren Sie mehr über Risikomanagement und die Finanzierung des Rohstoffhandels.

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Risikomanagement

Das Risikomanagement zählt zu den Kernkompetenzen aller Handelsunternehmen. Sie lagern und transportieren physische Vermögenswerte rund um den Globus und erwirtschaften niedrige Margen auf hochvolumige Transaktionen mit hohem Wert. Sie nutzen ausgeklügelte Risikomanagementinstrumente, um Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen und auf volatilen Märkten effektiv zu arbeiten.

Management des Rohstoffpreisrisikos

Das Verfahren der Absicherung ist für den Rohstoffhandel entscheidend. Handelsunternehmen sichern sich systematisch gegen das Rohstoffpreisrisiko ab, indem sie Terminkontrakte, sogenannte Futures, gegenüber beiden Bestandteilen der Transaktion abschließen.

Absicherung gegen das Rohstoffpreisrisiko

Finanzierung des Rohstoffhandels

Handelsunternehmen kaufen und verkaufen Rohstoffe mit einem Gesamtwert, der ihre Eigenmittel weit übersteigt. Das ist ihnen möglich, indem sie die Finanzierung über Finanzinstitute abwickeln. Banken sind bereit, Darlehen zu gewähren, da diese über die Rohstoffe gesichert sind.

Wie Banken den Handel finanzieren

Banken erleichtern den Handel, indem sie dem Verkäufer ein Akkreditiv im Auftrag des Käufers ausstellen. Bei diesem Dokument handelt es sich um das Versprechen der Bank, dass der Verkäufer eine vollständige Zahlung erhält, sofern bestimmte Lieferbedingungen eingehalten werden. Der Verkäufer erhält die Gewissheit, dass die Bank den ausstehenden Betrag abdecken, sollte der Käufer nicht in der Lage sein, den Einkauf zu bezahlen.

Ausstellung von Akkreditiven (LC – letters of credit)

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